Ukraine: EU-Hilfe für Pipeline-Sanierung
Die Europäische Union hat sich dazu bereit erklärt, die Ukraine bei der Reparatur ihrer maroden Gaspipelines zu unterstützen. Dabei sollen Investoren gefunden werden, die die benötigten Finanzmittel bereitstellen können.
Die Ukraine spielt für die Gasversorgung der Europäer eine zentrale Rolle. Rund 80 Prozent des benötigten Gases werden in Russland gefördert und fließen durch ein Netzwerk ukrainischer Pipelines gen Westen. Diese Leitungen sind jedoch teilweise ein halbes Jahrhundert alt und wurden in der Vergangenheit oft nur unzureichend gewartet. Grund hierfür sind die fehlenden finanziellen Mittel des ukrainischen Staates und des Netzbetreibers Naftogaz. Die Abhängigkeit von Russland wurde insbesonders beim Streit um den Lieferungsstopp des russischen Staatskonzerns GazProm schmerzlich sichtbar, als viele Menschen in ärmeren Staaten frieren mussten und auch in Deutschland die Bürger angesichts eines befürchteten Preissprungs unsicher wurden.
Milliardenschwere Lecks
Um die Gasversorgung der europäischen Staaten für die Zukunft sicherzustellen, bedarf es einer umfassenden Reparatur und Modernisierung der ukrainischen Pipelines. Jedoch werden hierfür Kosten von bis zu fünf Milliarden Euro veranschlagt, die weder Naftogaz noch der Staat allein aufbringen kann. Daher wird händeringend nach Investoren gesucht, die die benötigten Finanzmittel bereitstellen. Die Regierung in Kiew will allerdings Zugeständnisse bezüglich der Kontrolle und Mitsprache vermeiden. Dies und die angebliche “Undurchsichtigkeit” der politischen Führung hielt in der Vergangenheit viele potentielle Geldgeber von einer Beteiligung ab.
Die EU möchte nun mit Hilfe eines Reformprogramms die Investitionen in die Gaspipelines wieder attraktiver für ausländische Investoren gestalten. Die Vereinbarung bewertete die ukrainische Premierministerin Julia Timoschenko als wichtig für die Energiesicherheit in Europa. Dieses Problem könne nur “solidarisch und einvernehmlich” angegangen und gelöst werden.
Unterdessen wurde Kritik aus Moskau laut, da GazProm und die russische Führung aus den Verhandlungen herausgehalten wurden. Premierminister Putin bezeichnete den Vertrag gegenüber BBC News als “unprofessionell”, da Russland als wichtigster Lieferant nicht berücksichtigt wurde.
Archiviert unter: Allgemein
eine Stellungnahme schreiben