Abwrackprämie für Heizkessel
Ein Großteil der Heizkessel in den bundesweiten Haushalten ist veraltet und ineffizient. Daher werden derzeit immer mehr Stimmen laut, die eine finanzielle Unterstützung des Staates für sanierungswillige Bürger fordern.
Eine dieser Stimmen gehört Michael von Block und Polach vom Zentralverband für Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Auf der Leitmesse für Heiztechnik und Solarthermie, der ISH, berief er sich nach Informationen des “Focus” auf eine aktuelle Emnid-Umfrage. Dieser Umfrage zu Folge würden über 50% die Heizkesselbesitzer der Entsorgung ihrer alten Heizanlage im Tausch für einen neuen Kessel vornehmen, wenn der Staat sie dabei finanziell unterstützt. Da lediglich zwölf Prozent der momentan betriebenen Heizkessel modern und umweltschonend seien, so von Bock und Polach, bedürfe es dieser Unterstützung unbedingt und schnell. So könne der derzeitige “Modernisierungsstau” aufgelöst werden, wodurch jährlich bis zu 10 Mio. Tonnen weniger CO2 verbraucht werden könnten. Auch die Binnennachfrage werde gestärkt.
Kesseltauschbonus schon verfügbar
Im Zuge dieser Forderungen nach einer “Abwrackprämie für alte Heizkessel” weist die Zeitschrift “neue energie” auf eine wichtige Tatsache hin. Seit 1999, also bereits seit knapp zehn Jahren, gebe es bereits eine solche Prämie, heißt es in der aktuellen Ausgabe. Diese sei damals unter dem Namen “Kesseltauschbonus” in ein Marktanreizprogramm des Bundesumweltministeriums integriert worden und stehe noch heute zur Verfügung. Das fehlende Wissen sowie auch die mangelhafte Vermittlung des Pakets gegenüber den Bürgern habe dazu geführt, dass allein im Jahre 2008 knapp 150 Mio. Euro in dem Fördergeldtopf liegen geblieben seien – ein enormes Potential blieb aufgrund fehlender Anfragen ungenutzt.
Bevor nun also eine neue “Abwrackprämie” gefordert wird, die den Bundeshaushalt noch stärker belastet, sollten die Bürger – sowie auch die öffentlichen Personen und Vertreter – sich und andere zunächst über die bereits bestehenden Möglichkeiten informieren. Die Politik sollte im Zuge dessen für eine bessere Kommunikation ihrer Pakete auf langfristiger Basis sorgen, damit diese in der Öffentlichkeit wahrgenommen und genutzt werden.
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