Gasversorger sparen bei Preissenkungen

Die zum zweiten Quartal 2009 angekündigten Senkungen der Gaspreise stellen nur die Hälfte des möglichen Rückgangs dar. Zu diesem Schluss kommt laut “Saarbrücker Zeitung” eine von der Grünen-Bundestagsfraktion an Auftrag gegebene Untersuchung.

In der kalten Jahreshälfte werden in deutschen Haushalten rund 80 Prozent des jährlich benötigten Gases verheizt. Der für das zweite Quartal 2009 datierte Preisrückgang von durchschnittlich zwölf Prozent kommt für die meisten Verbraucher also ohnehin schon zu spät, um wirklich viel sparen zu können. Doch damit nicht genug: Wie die “Saarbrücker Zeitung” berichtet, zeigte das Ergebnis der nun veröffentlichten Studie deutlich die Sparsamkeit der Gasversorger zu Lasten ihrer Kunden auf. Eine doppelt so hohe Preissenkung wäre angesichts des derzeitigen Marktgeschehens und der fallenden Ölpreise möglich gewesen, so die Gutachter, aber die Versorger hätten eben nur die Hälfte der Preissenkungen an ihre Kunden weitergegeben.
Durch diese Situation erwirtschafteten sich die Versorger bereits im Laufe des ersten Quartals ungerechtfertigte Mehreinnahmen von mehreren hundert Millionen Euro, die sich bei gleich bleibender Preispolitik auf 1,6 Milliarden Euro anhäufen könnten. Dahingegen stünden für einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden 150 Euro mehr auf der Rechnung, als es eigentlich nötig wäre.

Grünen sehen Verantwortung bei Regierung

Während die Gutachter im Zuge der Ergebnisse die Versorger zu einer weiteren Preissenkung um 15 Prozent zum nächsten Quartal auffordern, gibt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, der großen Koalition eine Mitschuld an der Entwicklung: “Der Wettbewerb auf dem Gasmarkt entwickelt sich leider nur zögerlich, weil die Bundesregierung ähnlich wie beim Strommarkt die Auseinandersetzung mit den großen Platzhirschen scheut”, so Höhn gegenüber der “Saarbrücker Zeitung”. Hier bleibt die Frage offen, wie viel Objektivität hinter dieser Aussage steckt – und wie viel Wahlkampf.

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