Gasag: Preissenkung und Expansion
Der Berliner Gasversorger kündigt weitere Preissenkungen von sieben bis acht Prozent zum Herbst 2009 an. Darüber hinaus plant der Konzern eine Ausweitung seiner Aktivitäten auf die Bereiche Biogas sowie auch Strom und Fernwärme.
Wie die beiden Vorstände der Gasag, Andreas Prohl und Olaf Czernomoriez, in einem Gespräch mit der “Berliner Morgenpost” bestätigten, wird die Gasag ihre Preise bis zum Ende des Jahres um insgesamt 25 Prozent im Vergleich zum letzten Winter gesenkt haben. Durch den zum Oktober oder November geplanten Schritt würden die bisherigen drei Schritte, die insgesamt einen Preisrückgang um 17 Prozent beinhalteten, zu Gunsten der Kunden noch einmal entsprechend ergänzt.
Des Weiteren erklärten die zwei Verantwortungsträger, ihren Konzern auf die veränderten Bedingungen auf dem Markt anpassen zu wollen. Dafür sei zunächst einmal der Kurs in Richtung alternative Energien ein wichtiger Bestandteil. Daher werde die Gasag ihren Kunden ab Oktober dieses Jahres ein Angebot vorlegen, das ihnen auf Wunsch einen Biogas-Anteil von bis zu 10 Prozent ermögliche, so Prohl. Auch würden ab 2011 zusätzlich zu den schon erhältlichen Solarthermie-Anlagen auch Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen wie gasbetriebene Wärmepumpen und stromerzeugende Heizungen in das Angebot der Gasag aufgenommen.
Prohl: Kundenschwund ist “kein Drama”
Der Konzern sehe sich dabei schon bald nicht mehr als reiner Gasanbieter. Vielmehr werde die Gasag “aus ihrem angestammten Geschäftsfeld herausgehen und neue Geschäftsfelder erschließen”, so Czernomoriez. Unter anderem sei auch der Einstieg in das Strom- und Fernwärmegeschäft geplant. Insgesamt solle durch Investitionen in diese Bereiche in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro erreicht werden, das bald 25 Prozent des Umsatzes außerhalb des Gasgeschäfts erwirtschaftet werden.
Die Gasag musste im Zuge der Liberalisierung des Gasmarktes bereits zahlreiche Kunden zu einem der elf Konkurrenten im Berliner Raum ziehen lassen. Seit 2006 hat sich der Marktanteil von Gasag im Gasgeschäft von 95 auf 87 Prozent gesenkt, was einem Schwund von 40.000 Kunden entspricht. Die neuen Pläne könnten also durchaus auch als Reaktion auf die verstärkte Konkurrenz durch Konzerne wie Nuon gesehen werden. Prohl widerspricht dieser Interpretation jedoch grundsätzlich: Der Verlust von Kunden sei zwar für keinen Anbieter schön, aber für die Gasag “kein Drama”. Das Unternehmen habe sich an die Liberalisierung angepasst und außerdem “ist Wettbewerb für uns nichts schlimmes”, gibt sich er optimistisch. Eine Übernahme des Deutschland-Geschäfts von Nuon, das Vattenfall aller Voraussicht nach im Anschluss an die geplante Akquisition wieder abstoßen muss, schließt er unterdessen mit Hinweis auf zu erwartende Komplikationen mit dem Kartellamt aus: “Da bekämen wir sicher keine Zustimmung”, so Prohl.
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