Gas wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen

Beim zukunftsfähigen Umbau des Wärmemarktes wird dem Energieträger Gas durch neue, effiziente Technologien weiterhin eine zentrale Bedeutung zukommen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung der Prognos AG.
In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasser-faches e.V. (DVGW) und Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (ASUE). Vertreter beider Seiten äußerten sich in einer Presseerklärung positiv und zustimmend über die Ergebnisse der Studie. Diese besagen, dass der Energieträger in Verbindung mit neuen hoch effizienten Gastechnologien das Potential hat, umweltschonend und kostengünstig Wärme bereitzustellen, Strom zu erzeugen und Gebäude zu klimatisieren. DVGW-Vizepräsident Dr. Jürgen Lenz bestätigt diese Entwicklung: “Entsprechende Systeme, die Effizienz und Klimaschutz mit Funktionalität, Zuverlässigkeit und Kostenvorteilen verbinden, sind verfügbar. Deshalb setzen wir auf die Gas-Plus-Technologie, das heißt: Gas plus Biogas, Gas plus Solar und Gas plus Umweltwärme.” Besonders hervorzuheben sei der Einsatz von Gas in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, so Lenz weiter. Hier würde gleichzeitig Wärme und Strom produziert und dadurch das Stromnetz entlastet. Auch synthetisch erzeugte Gase und Wasserstoff aus regenerativen Quellen könnten in Zukunft eine Rolle spielen.

Innovation durch Wettbewerb

ASUE-Präsident Andreas Prohl sieht in den neuen Entwicklungen und Innovationen auf dem Gasmarkt vor allem auch ein Produkt des gesteigerten Konkurrenzkampfs: “Waren Erdgas basierte Technologien bis dato Standard, gewannen Konkurrenztechnologien in der jüngsten Vergangenheit zunehmend an Bedeutung. Dieser Konkurrenzdruck hat zu Innovationen auf der Gasseite geführt”, erklärt Prohl. Ihm sei in diesem Zusammenhang bewusst, das sich die Branche nun mehr als zuvor um die Entwicklung neuer Gastechnologien kümmern müsse. “Mit der Marktreife von “Gas-Plus”-Technologien sehen wir uns aber gut gerüstet”, kommentiert Prohl die Ergebnisse der Prognos-Studie.
Des Weiteren weist er auch darauf hin, dass für eine Umsetzung der Klimaschutzziele ein erheblicher Modernisierungsbedarf in deutschen Haushalten besteht. So seien 5 von 17 Millionen in Einfamilienhäusern installierten Heizungsanlagen reif für eine Erneuerung. “Durch den Einsatz moderner Technologien ergibt sich eine Reduzierung von jährlich über zehn Millionen Tonnen CO2. Erdgas wird daran einen großen Anteil haben”, zeigt sich Prohl optimistisch.

Potenzial durch Politik

In diesem Zusammenhang haben die Prognos-Experten aber auch Anforderungen an die Politik offengelegt, die an der gewünschten Entwicklung einen großen Anteil haben kann oder sogar muss. Die Anforderungen des Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramms der Bundesregierung, kurz IEKP, sind hier besonders wichtig, da diese auch die Wärmeerzeugung in Neu- wie Bestandsbauten betreffen. Die bei der Beheizung der Eigenheime verbrauchte Energie soll dadurch bezogen auf das Jahr 2005 bis 2020 um rund 20 Prozent zurückgehen. Außerdem soll der Anteil der regenerativen Energien am Wärmemarkt von heute rund sechs Prozent auf 20 Prozent bis zum Jahre 2020 ansteigen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen insgesamt, dass Erdgas auch künftig aufgrund der bekannten Vorteile wie Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und den geringsten Emissionen ein deutliches Marktpotenzial hat, das aber durch neue Innovationen und moderne Technologien gesichert werden muss.

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