Klimaschutz wird groß geschrieben

Ein Energielieferant aus Kassel, die Städtische Werke AG, hat große Pläne im Zusammenhang mit dem Klimaschutz. Der Konzern will seine Kunden ab 2010 nur noch mit Erdgas versorgen. Außerdem neutralisiert der Konzern seine CO2-Emissionen, in dem er in Schwellen- und Entwicklungsländern Projekte zum Klimaschutz unterstützt. In Indien wird der Bau eines Windparks unterstützt, der mit einer Leistung von 42,5 Megawatt die indischen Haushalte mit Strom versorgt. In Brasilien wird ein Projekt unterstützt, bei dem die Abfälle der Landwirtschaft zum befeuern der Öfen der Keramikindustrie genutzt werden. Es wird also auf Biomasse gesetzt, die anderenfalls auf einer der vielen illegalen Müllhalden in Brasilien verrottet wäre und Methan und CO2 in die Atmosphäre gestoßen hätte. In der Türkei gibt es ein Projekt, bei dem ein Wasserkraftwerk errichtet wurde, dass Strom im Umfang von 24 Megawatt für das Stromnetz der türkischen Provinz Kahramanmaras produziert und die Haushalte dort mit „sauberen“ Strom versorgt. Nicht nur die Umwelt und das Klima werden so geschützt, auch die Wirtschaft in den entsprechenden Regionen wird angekurbelt.
Für die Städtischen Werke gibt es auch noch einen positiven Nebeneffekt, die Kunden sind zufriedener wenn sie wissen, dass ihr Energielieferant etwas für das Klima tut und es ist unwahrscheinlicher, dass sie ihren Anbieter wechseln. Die Umstellung des Stroms auf Strom aus Wasserkraft vor zwei Jahren zeigte bereits einen deutlichen Rückgang der Wechselquote.
Wenn aber der Energiekonzern es schafft sich für das Klima einzusetzen, sollte es für die Politiker dieser Welt nicht allzu schwer sein sich auf ein verbindliches Abkommen zu einigen, in dem festgehalten ist um wie viel Prozent die Länder ihre Treibhausgasemissionen senken müssen. Wie die Weltklimakonferenz in Kopenhagen jedoch bewiesen hat gestaltet sich die Einigung schwieriger als gedacht. Länder wie die USA und China, die mit ihren jährlichen Treibhausgas-Emissionen maßgeblich am voranschreiten des Klimawandels beteiligt sind, streiten über die Höhe der Senkung der Emissionen und über die Unterstützung der ärmeren Länder.
Um wirkliche Erfolge im Klimawandel zu erzielen müssen jedoch mehr Konzerne so wie der Kasseler Energielieferant an die Sache gehen und an einem Strang ziehen.

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