Erdgasversorgung in Nordeuropa

In ungefähr zwei Jahren soll die Nord-Stream-Pipeline Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Bis 2012 sollen die Bauarbeiten an der Anlange abgeschlossen sein.

Dann wird die Pipeline von dem westlich von Sankt Petersburg liegenden Wyborg (Russland) bis nach Greifswald (Deutschland) führen. Insgesamt 1.223 Kilometer wird die Länge der Leitung betragen. Nach ihrer Fertigstellung wird die aus zwei Strängen bestehende Anlage pro Jahr insgesamt 55 Milliarden Kubikkilometer Erdgas befördern können. Mehr als 200.000 werden für den Bau der Pipeline benötigt, jedes einzelne von ihnen mit einem Durchmesser von insgesamt 1,153 Metern. Rund 7,4 Millionen Euro wird die Erbauung der Anlage kosten, die ab 2012 einen wichtigen Transportweg von Erdgas nach Europa darstellen wird.

Geplant und gebaut wird die Pipeline von der 2005 gegründeten Nord Stream AG. Für den Bau der Nord-Stream-Pipeline stehen der Nord Stream AG fünf Logistikstandorte als Basis zur Verfügung. Dort werden die zu verlegenden Rohre gelagert, bevor sie von speziellen Verlegeschiffen in der Ostsee versenkt werden. Bis zu 210 Meter tief unter der Erde werden die Rohre liegen. Die gesamte Pipeline wird bis zu 2,15 Millionen Tonnen Stahl verschlingen.

Die Europäische Union bezweckt mit dem Bau der Pipeline hinsichtlich der Belieferung mit Gas eine möglichst hohe Abhängigkeit von einzelnen Lieferwegen zu erreichen. So gibt es neben dem Bau der Nord-Stream-Pipeline weitere derartige Projekte, bei denen die EU mit den jeweiligen Erzeuger- oder Transitländern Abkommen zur Erdgasversorgung getroffen hat. Ein Beispiel hierfür ist die Pipeline „South Stream“, die Italien mit Erdgas aus der Region um das Schwarze Meer beliefern soll. Ein anderes Beispiel ist die bis 2014 fertig gestellte Anlage „Nabucco“, die vom Kaspischen Meer nach Europa führen wird.

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