Gaspreiserhöhungen bei 144 Versorgern
Im Sommer bleibt die Heizung aus und deswegen achten nur wenige Verbraucher in der warmen Jahreszeit auf den Stand ihres Gaszählers. Vielleicht in der Hoffnung, dass die privaten Haushalte in der Ferienzeit mehr mit ihrer Urlaubsplanung als mit den Energiepreisen beschäftigt sind, wollen nun insgesamt 144 Gasanbieter in Deutschland ihre Preise kräftig anheben. Um durchschnittlich 10,6 Prozent soll sich der Gaspreis bei den betroffenen Anbietern zwischen Juli und September erhöhen.
Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen denkt niemand ans Heizen und die damit verbundenen Kosten. Das wird sich in den kommenden Wochen ändern, wenn mehrere tausend Gaskunden in Deutschland von ihrem Versorger einen Brief erhalten, in dem sie über die Preisanstiege informiert werden. Besonders hart trifft es einige tausend Gaskunden in Baden-Württemberg, deren regionaler Versorger den Gaspreis um fast 50 Prozent verteuern will.
Gaspreise um 10,6 Prozent teurer
Etwa jeder fünfte deutsche Haushalt ist von der derzeitigen Preisanhebungswelle betroffen und sollte in den kommenden Monaten den eigenen Strom- und Gasverbrauch noch bewusster gestalten, um Energie sparen zu können. Teurer wird Gas in den kommenden Monaten unter anderem bei Grundversorgern wie Eon Avacon, EnBW oder dem norddeutschen Regionalversorgungsunternehmen EWE. Aber auch in größeren Städten wie Bonn, Frankfurt am Main oder Chemnitz werden die privaten Kunden ab diesem Herbst verstärkt zur Kasse gebeten.
Laut den Angaben eines Verbraucherportals müssen die Gaskunden ab September deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bei einer Gaspreiserhöhung von 10,6 Prozent muss ein deutscher Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh mit einer finanziellen Mehrbelastung von 133 Euro rechnen.
Tarifvergleich unumgänglich
Durch die jüngsten Erhöhungen geht die Schere zwischen günstigen und teuren Gasanbietern immer weiter auseinander. Bei Preisunterschieden von bis zu 80 Prozent lohnt sich der Anbieterwechsel mehr denn je. Vor allem den Wechsel vom örtlichen zu einem überregionalen Versorger sollten die betroffenen Gaskunden überdenken. Beim günstigsten regionalen Anbieter zahlen Gaskunden im August 2011 für 20.000 kWh im Schnitt 1.244 Euro, im preiswertesten verfügbaren Tarif beim überregionalen Gasversorger betragen die durchschnittlichen Kosten für die gleiche Menge Gas nur 945 Euro.
Schuld an den steigenden Gaspreisen sind laut Angaben der Versorger die gestiegenen Beschaffungskosten – die Ölpreise und die Großhandelspreise für Erdgas seien seit Beginn 2011 deutlich in die Höhe geklettert.
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